BRUCE PASK

Men’s Fashion Director bei Bergdorf Goodman und Neiman Marcus

- SHORT STORIES -


"Das Gritti Palace, ein Luxus Collection Hotel, Venedig"

ÜBER VENEDIG, ITALIEN

Wo warst du mit deinen OB-Shorts im Urlaub?

Ich nehme meine OB-Shorts eigentlich in jeden Urlaub mit. Ich habe immer ein Paar in meinem Handgepäck, damit ich sie auf keinen Fall vergesse. Selbst im tiefsten Winter, wenn man eigentlich nicht ans Baden denkt, könnte man ja in einem Hotel einchecken, das zufällig einen tollen Pool hat.

Übrigens habe ich im März ein wunderschönes langes Wochenende in Venedig verbracht. Ich war schon über 10 Jahre nicht mehr dort gewesen und hatte ganz vergessen, wie magisch und besonders die Stadt ist; Venedig ist wirklich eine der schönsten Städte der Welt.


Was war so besonders an deinem Wochenende in Venedig?

Ich bin ein großer Fan von Starwood und ich entschied mich, ein paar Punkte einzulösen und im unglaublich luxuriösen Gritti Palace Hotel in Venedig zu übernachten. Ich muss sagen, mein Zimmer war absolut traumhaft, was mir den Aufenthalt sehr versüßt hat. Im typisch venezianischen Stil mit dunkelblauer Wandbekleidung aus Fortuny-Seide, einem Kronleuchter aus Murano-Glas, Fenster mit Blick auf eine kleine Seitenstraße ... die perfekte Unterkunft in dieser magischen Stadt. Das hat mich wirklich in Stimmung gebracht. Das Hotel mit Blick auf den Canale Grande ist wunderschön gelegen. Es befindet sich direkt gegenüber des Peggy Guggenheim Museums – der Ausblick könnte nicht besser sein. Es war absolut traumhaft.


Welche Gefühle hat Venedig in dir hervorgerufen?

Die ganze Stadt hat in mir eine Nostalgie geweckt. Als ich das grandiose Kunstwerk von Canaletto und die Werke anderer Künstler sah, die das lebhafte Treiben einfangen, das hier vor Hunderten Jahren herrschte, habe ich mir vorgestellt, wie Venedig während seiner Zeit als Supermacht im Mittelmeerraum gewesen sein muss. Ich verspüre oft den Drang, in eine Zeitkapsel zu springen und mir das Leben in bestimmten Städten in einem anderen Zeitalter anzuschauen. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Vergangenheit in Venedig besonders greifbar und faszinierend ist.

Ich war im März in Venedig, also in der Nebensaison, so konnte ich die Menschenmassen umgehen, von denen man immer hört. Es ist ein bisschen traurig, dass sich so wenige Menschen die Mühe machen, auch die Schönheiten und Wunder in den unbekannteren Ecken der Stadt zu entdecken. An einem Tag hatten wir sogar acqua alta, winterliches Hochwasser, das die Stadt unter Wasser setzt. Das war ziemlich faszinierend, hat mich aber auch daran erinnert, dass diese wunderbare Stadt aufgrund der schmelzenden Polkappen droht, zukünftig im Wasser zu versinken. Entschuldigung, ich werde rührselig!

Kennst du ein Lied, das diesen Urlaub zusammenfasst?

Ich muss gestehen, dass ich nicht viel Musik höre, wenn ich auf Reisen bin. Ich nehme lieber die unterschiedlichen Klänge und Geräusche der Orte wahr. Das gehört für mich einfach dazu.


An welche Speisen erinnerst du dich besonders gerne?

Die vielen unterschiedlichen Pasta-Gerichte mit Meeresfrüchten sind einfach außergewöhnlich gut! Ich hatte ein paar tolle Empfehlungen von Freunden und habe sehr gut in der Osteria Alle Testiere und im Al Covo zu Abend gegessen, doch das beste Essen gab es in einem kleinen, familiengeführten Restaurant namens auf der südlich gelegenen Insel Giudecca (auf der eine wunderschöne palladianische Kirche steht). Der Sohn kellnerte, während sein Vater den gemütlichen, mit Kunst gespickten Gastraum im Blick hatte. Dort habe ich an einem wolkenverhangenen, faulen Nachmittag köstliche Tintenfisch-Pasta und Meeresfrüchte mit einem Glas Wein genossen. Nicht auf die Schnelle, um noch mehr Tintorettos zu sehen, sondern entspannt und voller Genuss. Himmlisch.


Der perfekte Ort für eine Abkühlung?

Der Lido! Wie könnte man den Strand aus Tod in Venedig vergessen! Ich muss gestehen, dass ich es diesmal nicht an den Lido geschafft habe, aber ich habe gehört, dass auch der Pool im Hotel Cipriani gegenüber des Lagunenhotels nicht zu verachten ist.



"Belmond Hotel Cipriani Venedig"

Welchen Geheimtipp kannst du uns verraten?

Mein größter Geheimtipp − und ich kann es nicht oft genug erwähnen − ist, Venedig per Fuß zu entdecken, und zwar auf den Routen aus Venice for Pleasure, einem alten, vergriffenen Reiseführer aus den 60er Jahren, verfasst von dem englischen Autoren J.G. Links. Ich habe versucht, mein Smartphone so oft wie möglich in der Tasche zu lassen, und bin die kommentierten Strecken aus diesem Buch abgelaufen. Auf diese einmalige, lehrreiche und etwas andere Art und Weise habe ich die Stadt erkundet und dabei den Rat des Autors befolgt, auch mal einen Blick in kleinere Kirchen und Gebäude zu werfen, wo es unglaubliche Kunstwerke und Innenräume zu entdecken gibt. Einfach unvergesslich. Carpaccios St. George Killing the Dragon in all seiner Pracht in der kleinen und wenig besuchten Scuola di San Giorgio degli Schiavoni war ein absolutes Highlight.


Was steht als Nächstes auf der Liste?

Ich freue mich auf meinen Trip nach Tokio und Kyoto, zwei meiner anderen Top-Favoriten. Und ich bin total gespannt auf Ägypten.


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