WIE EIN ROBOTER NAMENS DA VINCI
DIE KREBSBEHANDLUNG REVOLUTIONIERT

Im Rahmen der Wohltätigkeitsinitiative „Father and Son Day“ zur Unterstützung des The Royal Marsden Hospitals haben wir uns mit dem Facharzt für Urologie Dr. Declan Cahill unterhalten und ihn gefragt, was Männer zum Thema wissen sollten

Da Vinci Robot

Im Vereinigten Königreich ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsform. Täglich wird bei 129 Männern Krebs festgestellt. Einer von acht Männern ist irgendwann im Leben davon betroffen. Dr. Declan Cahill, Facharzt für Urologie am The Royal Marsden Hospital, einer im Jahr 1851 in Kensington und Chelsea gegründeten Krebsklinik, ist Vorreiter auf dem Gebiet.

Orlebar Brown unterstützt die Arbeit, die Cahill und seine Kollegen am The Royal Marsden Hospital leisten, jedes Jahr mit der Wohltätigkeitsinitiative „Father and Son Day“. Diese dient dazu, das Bewusstsein für Krebserkrankungen bei Männern zu schärfen und Spendengelder für die The Royal Marsden Cancer Charity zu sammeln. Mit den in diesem Jahr gesammelten Spendengeldern wurde die psychotherapeutische Beratung und Betreuung des durch die COVID-19-Pandemie stark belasteten Personals finanziert, um so die bestmögliche Versorgung der Krebspatienten zu gewährleisten.

Wir haben mit Cahill über die Wichtigkeit der Früherkennung, die Roboterchirurgie und die großartigen Fortschritte bei der Krebsbehandlung gesprochen.

Da Vinci Robot
Declan Cahill zählt zu den Vorreitern im Bereich der Roboterchirurgie.


Sie sind seit 2015 als Facharzt für Urologie am The Royal Marsden Hospital tätig. Was gehört zu Ihrem Aufgabenbereich?

Die Urologie an sich ist das Fachgebiet für Harn- und Geschlechtsorgane. Krebs ist ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Dazu gehören Nierenkrebs, Blasenkrebs und Hodenkrebs. Vielfach geht es auch um die Veränderungen, die Männer im Alter durchlaufen. Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Prostata und sie wird ein wenig härter. Manche Männer haben dadurch Probleme beim Urinieren. Diese Beschwerden treten sehr häufig auf und viele Patienten kommen aus diesem Grund in unsere Praxis.

Sie haben sich auf minimalinvasive Prostatachirurgie spezialisiert. Dabei kommt der Da-Vinci-Operationsroboter zum Einsatz. Können Sie uns ein wenig mehr darüber erzählen?

Ursprünglich habe ich mich auf die reine laparoskopische Chirurgie oder „Schlüssellochchirurgie“ spezialisiert. Dann kam die Robotik ins Spiel. Wir arbeiten mittlerweile mit einem Da-Vinci-Operationsroboter. Es handelt sich dabei um ein Instrument, das wir mithilfe eine Konsole steuern und mit dem wir Eingriffe durchführen können, die bislang nur manuell möglich waren. Der Hauptvorteil ist die hervorragende Sicht, vor allem bei Eingriffen im Beckenbereich, wo sich die Ausleuchtung oft als schwierig erweist. Der Da-Vinci-Roboter leuchtet den Beckenbereich sehr gut aus. Dank der beiden Kameras erhält der Chirurg eine 3D-Ansicht, die sich 15- bis 20-fach vergrößern lassen. Der betroffene Bereich wird also sehr hell ausgeleuchtet, vergrößert und sowohl in 3D als auch in doppelter HD-Auflösung dargestellt. Das ist ein riesiger Vorteil.

Wie genau funktioniert das Da-Vinci-System?

Das Da-Vinci-System verfügt über eine Steuerkonsole und zwei Objektive, die ein 3D-Bild darstellen. Man kann das Operationssystem mit den Fingern und Füßen bedienen. Es ist sehr intuitiv. Die OP ist weniger invasiv und somit attraktiver für Patienten. Sie hinterlässt keine großen Narben und die Erholungszeit ist relativ kurz. Dank der Präzision des Da-Vinci-Systems können wir mehr Operationen durchführen. Im Gegensatz zu den Instrumenten, die bei einer herkömmlichen Laparoskopie verwendet werden, verfügt das System über Gelenke. Das ermöglicht uns eine viel größere Bewegungsfreiheit während des Eingriffs.

Was sollten Männer unbedingt über Prostatakrebs wissen?

Wichtig zu wissen ist, dass man bei heilbarem Prostatakrebs keine Symptome hat. Man muss explizit danach suchen. Und genau das ist der Sinn und Zweck einer Vorsorgeuntersuchung. Die meisten Männer gehen zum Arzt, weil sie Beschwerden beim Urinieren haben, z. B. zu wenig Druck, Schwierigkeiten Urin abzusetzen, häufiger nächtlicher Harndrang. Das sind meist keine Anzeichen für Krebs, sondern einer natürlichen Prostatavergrößerung. Trotzdem ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann unter Umständen zufällig einen Knoten an der Prostata erkennen oder anhand der Familienanamnese des Patienten ermitteln, ob ein Test ratsam ist.

Welche Schritte folgen, nachdem der Arzt etwas Auffälliges festgestellt hat?

Früher nutzten wir für die Diagnose die unangenehme, invasive und mit Risiken verbundene Prostatabiopsie. Heute wird das Untersuchungsergebnis mittels einer einfachen MRT-Aufnahme bestätigt. So können wir festzustellen, ob eine Biopsie sinnvoll ist, und diese dann wesentlich sicherer und präziser durchführen.

Welche Risikogruppe sollte sich vorsorglich auf Prostatakrebs untersuchen lassen?

Es gibt diverse Risikogruppen. Zum Beispiel haben schwarze Männer eine genetische Veranlagung für Prostatakrebs. Sie erkranken auch viel häufiger in jüngerem Alter. Außerdem sollten sich Männer, in deren Familie es bereits Fälle von Prostatakrebs gab, früher untersuchen lassen, d. h. schon im Alter von 50 Jahren und nicht erst mit 65 Jahren.

Wie unterscheidet sich das The Royal Marsden Hospital von anderen Kliniken, in denen Sie gearbeitet haben?Wie unterscheidet sich das The Royal Marsden Hospital von anderen Kliniken, in denen Sie gearbeitet haben?

Die Patienten sind vom Krankenhaus begeistert. Ein Grund dafür ist sicherlich die außergewöhnlich gute Pflege und Betreuung. Hier wird besonders auf das Zahlenverhältnis zwischen Pflegern und Patienten geachtet. Obwohl ich schon mit vielen guten Kliniken zusammenarbeiten durfte, habe ich noch nie so viel positives Feedback von meinen Patienten bezüglich der Betreuung erhalten. Das betrifft nicht nur mich als Chirurg, sondern vor allem auch das Pflegepersonal und die Werte der Einrichtung.

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